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Sehnenscheidenentzündung: Ursachen, Behandlung und Prävention

Was ist eine Sehnenscheidenentzündung?

Sehnen sind von einer schützenden Hülle umgeben – der Sehnenscheide. Diese mit Synovialflüssigkeit gefüllte Röhre verringert die Reibung zwischen Sehne und umgebendem Gewebe. Wenn die Sehnenscheide gereizt oder entzündet ist, verdickt sich die Schleimhaut, die Flüssigkeitsmenge verändert sich und jede Bewegung der Sehne wird zum schmerzhaften Ereignis.

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Die Sehnenscheidenentzündung – medizinisch Tendovaginitis oder Tenosynovitis – tritt am häufigsten an Handgelenk, Unterarm und Fingern auf, betrifft aber auch Schulter, Sprunggelenk und Fuß. Das klassische Bild: stechende oder brennende Schmerzen bei bestimmten Bewegungen, Schwellung entlang des Sehnenverlaufs, manchmal ein fühlbares Knirschen oder Reiben (Krepitation), und nach einer Ruhephase eine ausgeprägte Anlaufsteifigkeit.

Ursachen: Warum entsteht sie?

Die mit Abstand häufigste Ursache ist mechanische Überlastung durch repetitive Bewegungen. Das Handgelenk, das stundenlang dieselben Mausbewegungen ausführt. Die Sehnenscheide am Unterarm, die durch Schrauben, Hämmern oder Stricken immer wieder auf die gleiche Art belastet wird. Musikerinnen und Musiker, Kassiererinnen, Handwerker, Sportler in Wurfsportarten – sie alle gehören zu den typischen Risikogruppen.

Weniger bekannt, aber klinisch relevant: Sehnenscheidenentzündungen können auch durch Gicht entstehen, wenn Uratkristalle in die Sehnenscheide eingelagert werden, durch rheumatische Erkrankungen, durch direkte Verletzungen oder durch bakterielle Infektionen nach Schnittwunden. Diese Formen werden ärztlich anders behandelt als die häufige Überlastungsform.

Risikofaktoren, die eine Überlastungs-Tendovaginitis begünstigen:

  • Neu begonnene Tätigkeiten, die das Gewebe noch nicht kennt
  • Plötzliche Steigerung von Trainingsvolumen oder Arbeitsintensität
  • Ungünstige Handgelenksposition bei der Arbeit (gebeugt oder überstreckt)
  • Fehlende Pausen bei repetitiven Tätigkeiten
  • Kälte, die die Durchblutung des Sehnengewebes reduziert

Diagnose: Was passiert beim Arzt?

Die Diagnose einer Sehnenscheidenentzündung ist in den meisten Fällen eine klinische Diagnose – das heißt, sie wird durch Anamnese und körperliche Untersuchung gestellt, nicht zwingend durch Bildgebung. Der Arzt oder die Ärztin tastet die betroffene Region ab, prüft Schmerz bei passiver und aktiver Bewegung und sucht nach Schwellung entlang des Sehnenverlaufs.

Bei Unklarheit oder Verdacht auf eine strukturelle Beteiligung kommt Ultraschall zum Einsatz – eine schnelle, günstige und strahlenfreie Methode, die die entzündete Sehnenscheide direkt sichtbar macht. MRT ist nur in Ausnahmefällen nötig, zum Beispiel wenn eine tiefe Infektion ausgeschlossen werden muss oder wenn die Diagnose nach mehreren Wochen unklar bleibt.

BLACKROX Handgelenkschiene CARPIROX Handgelenkstütze Sport – Detailansicht
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Behandlung: von konservativ bis operativ

Schritt 1: Belastungsreduktion

Der erste und wichtigste Schritt ist, die auslösende Belastung zu reduzieren oder zu unterbrechen. Das bedeutet nicht zwingend absolute Ruhigstellung – Inaktivität kann die Verheilung verlangsamen. Gemeint ist die spezifische repetitive Bewegung, die die Entzündung ausgelöst hat. Wer durch Mausarbeit eine Tendovaginitis entwickelt hat, sollte die Maus möglichst auf ein Minimum reduzieren und auf eine ergonomische Variante umsteigen.

Schritt 2: Kühlung und Entzündungshemmung

In der akuten Phase helfen Kühlung mit Eis (nicht direkt auf die Haut, immer ein Tuch dazwischen) und entzündungshemmende Medikamente. Ibuprofen oder Diclofenac als Gel oder oral reduzieren Schmerz und Entzündung kurzfristig. Sie lösen das Problem nicht, schaffen aber Bedingungen, unter denen das Gewebe besser heilen kann.

Schritt 3: Ruhigstellung durch Bandage oder Schiene

Eine Handgelenkbandage oder -schiene kann das Gelenk in einer neutralen Position stabilisieren und ungewollte Bewegungen reduzieren. Besonders nachts – wenn viele Betroffene das Handgelenk unbewusst in ungünstige Positionen bringen – kann eine leichte Schiene sehr entlastend wirken. Die BLACKROX CARPIROX Handgelenkschiene eignet sich für genau diese Anwendung: Sie stabilisiert ohne vollständige Immobilisation.

Schritt 4: Physiotherapie

Wenn die akute Phase abklingt, beginnt die aktive Rehabilitation. Physiotherapeuten nutzen Querfriktionsmassage, Ultraschall-Therapie und gezielte Kräftigungsübungen, um die Sehnenscheide wieder belastbar zu machen. Exzentrische Übungen – bei denen die Sehne unter Spannung verlängert wird – haben sich als besonders wirksam erwiesen.

Schritt 5: Kortison-Injektion

Wenn konservative Maßnahmen nach vier bis sechs Wochen keine ausreichende Besserung bringen, kann eine Kortison-Injektion in die Sehnenscheide sinnvoll sein. Die Wirkung ist in kontrollierten Studien gut belegt – allerdings nur kurzfristig. Kortison löst das eigentliche Problem nicht, gibt aber ein Zeitfenster, in dem Physiotherapie effektiver wirkt.

Schritt 6: Operative Therapie

Operationen bei Sehnenscheidenentzündungen sind selten notwendig. Eine Ausnahme ist das Karpaltunnelsyndrom, das durch chronische Tendovaginitis am Handgelenk entstehen kann. Auch das De-Quervain-Syndrom – eine spezifische Form der Tendovaginitis an der Daumenbasis – spricht manchmal besser auf eine operative Erweiterung der Sehnenscheide an als auf konservative Behandlung.

Prävention am Arbeitsplatz

Ergonomie am Schreibtisch ist kein Luxus, sondern Verletzungsprävention. Die wichtigsten Maßnahmen:

  • Handgelenksposition: Das Handgelenk sollte beim Tippen in neutraler Position sein – weder nach oben gebeugt noch nach unten gedrückt. Eine Handgelenkauflage vor der Tastatur hilft.
  • Mausposition: Vertikale Mäuse oder Trackballs reduzieren die Unterarmrotation und entlasten die Sehnenscheiden im Unterarm erheblich.
  • Pausen: Alle 45 bis 60 Minuten eine kurze Unterbrechung mit leichten Streck- und Kreisübungen für Handgelenk und Finger.
  • Sitzposition: Unterarme waagerecht oder leicht abfallend auf dem Tisch, Ellenbogen in etwa 90-Grad-Winkel.

Aus der Praxis: Die häufigste Frage bei Sehnenscheidenentzündungen lautet: "Kann ich einfach weitermachen?" Die ehrliche Antwort ist: Manchmal ja, meistens nein. Eine leichte Tendovaginitis, die beim Weiterarbeiten nicht schlimmer wird, kann oft parallel zur Arbeit behandelt werden. Eine stark schmerzhafte, schwellende Entzündung, die sich trotz Ibuprofen nicht bessert, braucht echte Pause – sonst droht eine Chronifizierung, die Monate statt Wochen braucht.

Wann sollte ich zum Arzt?

Sofort zum Arzt, wenn: Fieber auftritt, die Haut über der betroffenen Stelle gerötet und warm ist (Verdacht auf bakterielle Infektion), die Beweglichkeit stark eingeschränkt ist oder wenn nach zwei bis drei Wochen konsequenter Schonung keine Verbesserung eintritt. Chronische Sehnenscheidenentzündungen, die ohne ausreichende Behandlung bestehen bleiben, können zu narbigen Veränderungen der Sehnenscheide führen – mit dauerhafter Einschränkung als Folge.

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