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Golferellenbogen: Was dahintersteckt und wie man effektiv dagegen vorgeht

Was ist der Golferellenbogen – und was nicht

Der Begriff „Golferellenbogen“ klingt nach einem Luxusproblem für Wohlhabende mit zu viel Freizeit. In der Praxis sieht das ganz anders aus: Die Mehrheit der Menschen, die damit in die orthopädische Praxis kommen, sind Handwerker, Musiker, Köche, Kletterer und Büroarbeiter mit intensiver Mausnutzung. Golf als auslösende Tätigkeit ist eher die Ausnahme.

BLACKROX Ellenbogenbandage LUMIOROX Sport Fitness Ellenbogen – Vergleichssieger 2026
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Medizinisch heißt das Krankheitsbild Epicondylitis medialis humeri – eine Reizung oder Degeneration der Sehnen der Unterarmbeuger am inneren Ellenbogenhöcker (Epicondylus medialis). Wenn Schmerzen am äußeren Ellenbogenhöcker auftreten, spricht man vom Tennisellenbogen (Epicondylitis lateralis). Der Unterschied klingt akademisch, ist aber für Diagnose und Behandlung relevant, weil andere Muskelgruppen betroffen sind.

Anatomie: Warum genau diese Stelle schmerzt

Am inneren Ellenbogenhöcker entspringen die Sehnen der Unterarmflexoren – also der Muskeln, die das Handgelenk beugen und den Unterarm einwärts drehen (Pronation). Diese Muskeln werden bei Tätigkeiten belastet, die eine kraftvolle Griffkraft erfordern oder bei denen das Handgelenk wiederholt gebeugt wird: Hämmern, Schrauben drehen, Klettergriffe halten, Klavierspielen, intensive Mausarbeit mit gebeugtem Handgelenk.

Die Sehnen sind an ihrer Insertion am Knochen besonders anfällig für Überlastungsschäden, weil der Blutfluss in Sehnengewebe generell geringer ist als in Muskelgewebe. Mikrotraumata heilen langsamer, und bei chronischer Überbelastung entsteht ein Prozess namens Tendinopathie: keine klassische Entzündung, sondern eine Degeneration des Sehnengewebes mit Kollagenumbau und teils schmerzhafter Hyperinnervation.

Tennisarm vs. Golferellenbogen: Unterschiede auf einen Blick

Der Tennisarm schmerzt auf der Außenseite des Ellenbogens und wird durch Streckbewegungen des Handgelenks und Unterarmsupination ausgelöst. Typische Tätigkeiten: Aufschlagen beim Tennis (daher der Name), aber auch PC-Mausarbeit mit gestrecktem Handgelenk, Malen oder Schreiben. Der Golferellenbogen schmerzt innen und wird durch Beugen und Eindrehen des Handgelenks ausgelöst. Beide Beschwerden können gleichzeitig auftreten – das ist dann zwar selten, aber keine Rarität bei intensiv trainierenden Sportlern.

Diagnose: Was zählt und was man wissen sollte

Die Diagnose ist klinisch – das heißt, ein erfahrener Arzt oder Physiotherapeut kann sie durch gezielte Provokationstests stellen. Druck auf den inneren Ellenbogenhöcker und Widerstand gegen Handgelenkbeugen lösen typischerweise den Schmerz aus. Bildgebung (Ultraschall oder MRT) ist in der Regel nur bei Verdacht auf Sehnenabriss oder bei fehlendem Therapieerfolg notwendig.

Wichtig ist die Abgrenzung zu einer Nerveneinklemmung. Der Nervus ulnaris verläuft direkt am inneren Ellenbogen – bei Taubheit oder Kribbeln im kleinen Finger und Ringfinger, bei ausstrahlenden Schmerzen in den Unterarm oder die Hand, sollte ein Arzt die Nervenstruktur abklären. Das kommt bei rund 20 bis 30 Prozent der Patienten mit Golferellenbogen begleitend vor.

BLACKROX Ellenbogenbandage LUMIOROX Sport Fitness Ellenbogen – Detailansicht
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Behandlung: Stufenweise vorgehen

Phase 1: Entlastung und Schmerzreduktion

In der akuten Phase steht Relative Ruhe im Vordergrund. Das bedeutet nicht Ruhigstellung, sondern Vermeidung der schmerzauslösenden Belastungen. Kälteanwendungen in den ersten Tagen können das subjektive Schmerzempfinden reduzieren. Antientzündliche Medikamente (NSAIDs) können kurzzeitig helfen, sollten aber nicht dauerhaft eingenommen werden. Kortison-Injektionen sind bei akuten Reizzuständen kurzfristig wirksam, verschlechtern aber bei wiederholter Anwendung die Sehnenstruktur langfristig.

Phase 2: Exzentrisches Training und Dehnung

Die wichtigste therapeutische Maßnahme bei Tendinopathien ist exzentrisches Krafttraining – also das langsame, kontrollierte Nachgeben unter Last. Für den Golferellenbogen bedeutet das: Handgelenk mit dem Unterarm auf einem Tisch ablegen, Handrücken zeigt nach unten. Mit der anderen Hand das Handgelenk gegen Widerstand in die Beugeposition bringen, dann langsam aus eigener Kraft absenken. Zehn Wiederholungen, zwei bis drei Mal täglich. Diese Übung löst zunächst Schmerzen aus – das ist normal. Entscheidend ist, dass der Schmerz innerhalb von 24 Stunden wieder abklingt und sich von Woche zu Woche reduziert.

Dehnübung: Arm strecken, Handrücken zeigt nach oben, Finger leicht mit der anderen Hand nach unten ziehen. 30 bis 45 Sekunden halten, dreimal täglich. Das dehnt sanft die Unterarmbeuger an ihrer Insertion.

Phase 3: Belastungsaufbau und Prävention

Nach Schmerzfreiheit im Alltag beginnt der gezielte Aufbau. Griffkraftübungen mit einem Therapieknautschball oder Fingertrainer, Unterarmrotationen mit leichtem Gewicht (Hammer oder Flasche), und zunehmende sportspezifische Belastung. Dieser Aufbau sollte mindestens sechs bis acht Wochen dauern – Tendinopathien neigen dazu, bei zu früher Vollbelastung rückzufallen.

Weiterführende Quellen

Für vertiefende wissenschaftliche Informationen empfehlen wir folgende Quellen: AWMF-Leitlinien Orthopädie, PubMed-Datenbank.

"Das größte Problem bei Sehnenerkrankungen ist die Ungeduld. Wer nach zwei Wochen relativer Ruhe keine Schmerzen mehr hat und sofort wieder Vollgas gibt, landet in der Regel sechs Wochen später wieder in der Praxis – schlimmer als vorher."

Prävention für Sportler und Büroarbeiter

Für Sportler gilt: Griffkraftaufbau schrittweise steigern, nie mehr als zehn Prozent pro Woche erhöhen. Kletterer und Kampfsportler profitieren von Unterarmdehnungen als fester Bestandteil des Aufwärmprogramms. Klettergriffe oder Schläger sollten passend zur Handgröße gewählt werden – zu dicke Griffe belasten die Flexoren mehr.

Büroarbeiter sollten die Handgelenkposition bei der Maus überprüfen. Ein nach oben gebeugtes Handgelenk beim Mauscursorbewegen belastet die Flexorensehnen chronisch. Ergonomische Mauspads mit Handballenauflage können hier helfen. Regelmäßige Pausen und Dehnübungen am Arbeitsplatz sind wirksamer als jede andere Maßnahme.

Wer während der Reha-Phase Sport treiben möchte oder als Prävention die Ellenbogenregion unterstützen will, findet in der Blackrox LumioRox Ellenbogenbandage eine Option, die gezielt Wärme und propriozeptive Unterstützung an der Insertion bietet. Für intensivere Aktivitäten wie Klettern oder Kampfsport bietet die SwissBern Ellenbogenbandage mehr Stabilisierung.

Wann zum Arzt?

Wenn die Beschwerden nach vier bis sechs Wochen konsequenter Eigentherapie nicht besser werden, ist eine orthopädische Abklärung sinnvoll. Gleiches gilt bei Kribbeln oder Taubheit in der Hand, bei starkem Kraftverlust, bei sichtbarer Schwellung oder wenn der Schmerz auch nachts oder in Ruhe auftritt. Ein Orthopäde kann dann ergänzende Therapien wie fokussierte Stoßwellentherapie oder PRP-Injektionen in Betracht ziehen.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden konsultieren Sie bitte einen Arzt oder Physiotherapeuten.

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