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Golferellenbogen: Was dahintersteckt und wann der Arzt gefragt ist

Golferellenbogen – Ratgeberbild von BLACKROX

Was ist der Golferellenbogen – und was nicht

Der Begriff „Golferellenbogen“ klingt nach einem Luxusproblem für Wohlhabende mit zu viel Freizeit. In der Praxis sieht das ganz anders aus: Die Mehrheit der Menschen, die damit in die orthopädische Praxis kommen, sind Handwerker, Musiker, Köche, Kletterer und Büroarbeiter mit intensiver Mausnutzung. Golf als auslösende Tätigkeit ist eher die Ausnahme.

BLACKROX Ellenbogenbandage LUMIOROX Sport Fitness Ellenbogen
BLACKROX Ellenbogenbandage LUMIOROX Sport Fitness Ellenbogen

Medizinisch heißt das Krankheitsbild Epicondylitis medialis humeri – eine Reizung oder Degeneration der Sehnen der Unterarmbeuger am inneren Ellenbogenhöcker (Epicondylus medialis). Wenn Schmerzen am äußeren Ellenbogenhöcker auftreten, spricht man vom Tennisellenbogen (Epicondylitis lateralis). Der Unterschied klingt akademisch, ist aber für die ärztliche Einordnung relevant, weil andere Muskelgruppen betroffen sind.

Anatomie: Warum genau diese Stelle schmerzt

Am inneren Ellenbogenhöcker entspringen die Sehnen der Unterarmflexoren – also der Muskeln, die das Handgelenk beugen und den Unterarm einwärts drehen (Pronation). Diese Muskeln werden bei Tätigkeiten belastet, die eine kraftvolle Griffkraft erfordern oder bei denen das Handgelenk wiederholt gebeugt wird: Hämmern, Schrauben drehen, Klettergriffe halten, Klavierspielen, intensive Mausarbeit mit gebeugtem Handgelenk.

Die Sehnen sind an ihrer Insertion am Knochen besonders anfällig für Überlastungsschäden, weil der Blutfluss in Sehnengewebe generell geringer ist als in Muskelgewebe. Mikrotraumata brauchen länger, und bei chronischer Überbelastung entsteht ein Prozess namens Tendinopathie: keine klassische Entzündung, sondern eine Degeneration des Sehnengewebes mit Kollagenumbau und teils schmerzhafter Hyperinnervation.

Tennisarm vs. Golferellenbogen: Unterschiede auf einen Blick

Der Tennisarm schmerzt auf der Außenseite des Ellenbogens und wird durch Streckbewegungen des Handgelenks und Unterarmsupination ausgelöst. Typische Tätigkeiten: Aufschlagen beim Tennis (daher der Name), aber auch PC-Mausarbeit mit gestrecktem Handgelenk, Malen oder Schreiben. Der Golferellenbogen schmerzt innen und wird durch Beugen und Eindrehen des Handgelenks ausgelöst. Beide Beschwerden können gleichzeitig auftreten – das ist dann zwar selten, aber keine Rarität bei intensiv trainierenden Sportlern.

Diagnose: Was zählt und was man wissen sollte

Die Diagnose ist klinisch – das heißt, ein erfahrener Arzt oder Physiotherapeut kann sie durch gezielte Provokationstests stellen. Druck auf den inneren Ellenbogenhöcker und Widerstand gegen Handgelenkbeugen lösen typischerweise den Schmerz aus. Bildgebung (Ultraschall oder MRT) ist in der Regel nur bei Verdacht auf Sehnenabriss oder bei fehlender Besserung notwendig.

Wichtig ist die Abgrenzung zu einer Nerveneinklemmung. Der Nervus ulnaris verläuft direkt am inneren Ellenbogen – bei Taubheit oder Kribbeln im kleinen Finger und Ringfinger, bei ausstrahlenden Schmerzen in den Unterarm oder die Hand, sollte ein Arzt die Nervenstruktur abklären.

BLACKROX Ellenbogenbandage LUMIOROX Sport Fitness Ellenbogen – Detailansicht
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Was in ärztliche Hände gehört

Belastung anpassen

Bei Beschwerden am inneren Ellenbogen hilft es, schmerzauslösende Belastungen zu vermeiden. Das bedeutet nicht Ruhigstellung, sondern eine angepasste Belastung. Ob Kälte, Medikamente oder weitere Maßnahmen sinnvoll sind, entscheidet der Arzt oder die Ärztin.

Training und Dehnung nur nach ärztlicher Rücksprache

Ob und welche Übungen für Unterarm und Handgelenk passen, legt die Ärztin oder der Arzt fest. Fang nicht auf eigene Faust mit Kräftigungsübungen an, solange die Stelle gereizt ist. Allgemein gilt für das Training des Unterarms: langsam und kontrolliert bewegen und nie gegen den Schmerz arbeiten.

Eine allgemeine Dehnübung für den Unterarm: Arm strecken, Handrücken zeigt nach oben, Finger leicht mit der anderen Hand nach unten ziehen und 30 bis 45 Sekunden halten. Das dehnt sanft die Unterarmbeuger. Bei Schmerzen abbrechen und ärztlich abklären lassen.

Belastung langsam steigern

Zum allgemeinen Training gehören Griffkraftübungen mit einem Knautschball oder Fingertrainer, Unterarmrotationen mit leichtem Gewicht (Hammer oder Flasche) und zunehmende sportspezifische Belastung. Wann du wieder voll einsteigen kannst, klärt der Arzt oder die Ärztin.

Weiterführende Quellen

Für vertiefende wissenschaftliche Informationen empfehlen wir folgende Quellen: AWMF-Leitlinien Orthopädie, PubMed-Datenbank.

Ungeduld ist bei Beschwerden am Ellenbogen ein schlechter Ratgeber: Wer zu früh wieder voll belastet, riskiert, dass die Beschwerden zurückkommen.

Tipps für Sportler und Büroarbeiter

Für Sportler gilt: Griffkraft schrittweise aufbauen. Kletterer und Kampfsportler profitieren von Unterarmdehnungen als fester Bestandteil des Aufwärmprogramms. Klettergriffe oder Schläger sollten passend zur Handgröße gewählt werden – zu dicke Griffe belasten die Flexoren mehr.

Büroarbeiter sollten die Handgelenkposition bei der Maus überprüfen. Ein nach oben gebeugtes Handgelenk beim Mauscursorbewegen belastet die Flexorensehnen chronisch. Ergonomische Mauspads mit Handballenauflage machen die Haltung bequemer. Regelmäßige Pausen und Dehnübungen gehören am Arbeitsplatz dazu.

Wer beim Sport die Ellenbogenregion mit einer Bandage unterstützen möchte, findet in der Blackrox LumioRox Ellenbogenbandage eine Option, die Wärme und Halt am Ellenbogen bietet. Für intensivere Aktivitäten wie Klettern oder Kampfsport bietet die SwissBern Ellenbogenbandage mehr Halt. Eine Bandage ersetzt keine Diagnose.

Wann zum Arzt?

Wenn die Beschwerden nach vier bis sechs Wochen angepasster Belastung nicht besser werden, ist eine orthopädische Abklärung sinnvoll. Gleiches gilt bei Kribbeln oder Taubheit in der Hand, bei starkem Kraftverlust, bei sichtbarer Schwellung oder wenn der Schmerz auch nachts oder in Ruhe auftritt. Welche weiteren Schritte infrage kommen, entscheidet dann der Orthopäde.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden konsultieren Sie bitte einen Arzt oder Physiotherapeuten.

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